Was ist TZI?

Die Themenzentrierte Interaktion (TZI) von Ruth C. Cohn ist eine Methode zum Leiten von Gruppen, Teams und Gremien und beruht auf einer humanistisch geprägten Haltung. TZI ist überall dort anzuwenden, wo Menschen zusammen arbeiten und lernen, wo sie gemeinsame Aufgaben zu lösen haben: auf Konferenzen und Kongressen, in Klassenzimmern, in Betrieben, Verwaltungen, Organisationen, in politischen Vereinigungen und in psychosozialen Einrichtungen.

 

ICH-WIR-ES-Globe: Das Vier-Faktoren-Modell

Mit TZI Gruppen und Teams zu leiten bietet vielfältige Möglichkeiten, Aufgaben und Sachthemen unter Beachtung der Rahmenbedingungen (Umfeld/Globe) effektiv und lebendig zu bearbeiten, wobei den Sachanforderungen (Es), den Kompetenzen des Einzelnen (Ich) und der Gesamtgruppe (Wir) gleichermaßen Aufmerksamkeit zukommt. Dieses Vier-Faktoren-Modell der TZI aus Es, Ich, Wir, Globe wird durch das „Dreieck in der Kugel“ symbolisiert.

Anliegen der Gruppenleitung mit TZI ist die Wahrung der „dynamischen Balance“ zwischen diesen vier Faktoren, die in der TZI als gleich wichtig angesehen werden. Die Verantwortung des Einzelnen gegenüber sich selbst, der Gruppe, der Aufgabe und dem Umfeld wird in der TZI in besonderer Weise gefordert und gefördert.

 

Die Ethik der TZI

Die Methode der Gruppenleitung nach TZI beinhaltet eine grundlegende Haltung, die sich auf Anerkennung jedes Einzelnen und Achtung gegenüber allem Lebendigen stützt. Die TZI kann effektiv nur als wertgebundenes Instrument verwendet werden. Führungspersonen in Gruppen und Teams wirken durch die Werte, die sie authentisch verkörpern. Sie nehmen zwar auf Grund ihrer Rolle eine hervorgehobene Stellung ein, besitzen Machtposition und Leitungsverantwortung, sind aber nach dem TZI-Prinzip „partizipierender Leitung“ gleichzeitig Mitglieder der Gruppe, also Gleiche unter Gleichen nach Fähigkeit, Bedürftigkeit und individuellem Recht auf Anerkennung und Erfolg.

 

Mit TZI Gruppenprozesse steuern

Das Arbeiten im Plenum, in größeren oder kleineren Untergruppen, zu zweit oder allein, die Gestaltung von Zeit- und Rahmenbedingungen sind Steuerungselemente im Gruppenprozess. Dabei kann TZI andere Arbeitstechniken einbeziehen, die ihrer humanistischen Ethik entsprechen und die für die jeweilige Lebens- und Arbeitssituation hilfreich sind – beispielsweise aus der Transaktionsanalyse, der Gesprächspsychotherapie, dem Psychodrama, dem Neurolinguistischen Programmieren und anderen Lehr- und Kommunikationsmethoden, vor allem, wenn sie ihre Wurzeln in der humanistischen Psychologie haben.

 

Mit dem Thema leiten

Dreh- und Angelpunkt jeder Arbeit mit TZI ist das Thema – für Teamsitzungen, Arbeitsabläufe und einzelne Arbeitsschritte. Themen ergeben sich aus den Zielsetzungen eines Vorhabens, eines Projekts und dessen aktuellem Stand, aus gleichbleibenden Arbeitsaufgaben, aus Lehr- und Lernsituationen. Themen ergeben sich ebenso aus der Geschichte eines Teams, seinen offenen und verborgenen Regeln und den Anliegen der Gruppenmitglieder. Themen zu entdecken und zu formulieren, die die Menschen persönlich betreffen und interessieren und zur Mitarbeit motivieren, ist für Leitungsaufgaben eine der Schlüsselkompetenzen, die die TZI lehrt.

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Das Vier-Faktoren-Modell der TZI wird durch das "Dreieck in der Kugel“ symbolisiert.